Venedig ist einfach einzigartig! Das beginnt bereits mit der Anreise, denn die Lagunenstadt ist nur per Boot erreichbar. Nach dem letzten Besuch im Winter 2019, reiste ich in diesem Frühling wieder nach Venedig und bin einmal mehr begeistert.
Nur per Boot erreichbar

Ankunft an der Bootsanlegestelle in der Nàhe der Piazza San Marco.
Erstmals wohnen wir nicht direkt in Venedig, sondern in Lido di Jesolo. Die Anreise dauert entsprechend länger. Zuerst per Bus bis zum Hafen von Punta Sabbioni, wo die Schiffe Richtung Laguneninseln ablegen. Ein rotes Schild weist dort auch gleich darauf hin, wann für den Besuch Venedigs ein Eintrittsticket gekauft werden muss. Rund eine halbe Stunde dauert schliesslich die abwechslungsreiche Fahrt vorbei an den gigantischen Stautoren, welche die Stadt vor Hochwasser schützen sollen. Je mehr wir uns Venedig nähern, desto grösser wird der Betrieb auf dem Meer. Die Kreuzfahrtriesen dürfen jedoch seit 2021 nicht mehr durch die Lagune fahren.
Letzter Blick in die Freiheit

Die Seufzerbrücke verbindet den Dogenpalast mit dem venezianischen Staatsgefängnis.
Von der Anlegestellte bis zum Markusplatz sind es entlang der Uferpromenade nur wenige Schritte. Morgens ist die Anzahl an Touristen überschaubar und wir können uns den schönsten Platz für ein Foto der Seufzerbrücke noch aussuchen. Durch die Fenster der «Ponte de Suspiri» erhaschten die Gefangenen einen letzten Blick in die Freiheit, bevor sie in den Kerkern des im 16. Jahrhundert erbauten Staatsgefängnisses schmoren mussten.
Im alten Herrschaftszentrum

Die Piazza San Marco ist der Hauptplatz von Venedig.
Auf der Piazza hätten die Besucher davon nichts mitbekommen. Sie ist der Haupteingang in die Lagunenstadt und entsprechend beeindruckend ist die Architektur. Seit Jahrhunderten unverändert und geprägt von den verschiedenen Baustilen. Darunter der 99 m hohe, aus Backstein gebaute Campanile.
Das «Papiertor» zum Dogenpalast

Das prachtvolle Hauptportal an der Westfassade des Dogenpalastes.
Der Dogenpalast im Stil der späten Gotik repräsentiert die einstige Weltmacht Venedig. Das Hauptportal befindet sich nicht in der Mitte, sondern am äussersten Rand der Westfassade. Hier konnten die Bürger ihre Bittschriften abgeben, was ihm den Namen Papiertor gab. Die kniende Figur neben dem Markuslöwen ist der Doge Francesco Foscari.
Staatskirche und Machtsymbol

Die Basilica di San Marco am Hauptplatz von Venedig.
Auch die Details an der Basilica di San Marco verraten spannende Geschichten. Die im romanisch-byzantinischen Stil erbaute Basilika ist dem Evangelisten Markus geweiht, dem Staatsheiligen Venedigs. Die Legende der abenteuerlichen Überführung seiner Gebeine aus dem ägyptischen Alexandria werden an der Fassade erzählt. Zum Beispiel, wie die Gebeine an Bord des Schiffes unter gepökeltem Schweinefleisch versteckt wurden.
Durch Venedig gondeln

Brücken und Gondeln prägen das Bild von Venedig.
Ohne Schiff läuft in Venedig nichts und die traditionellen Gondeln sind das Wahrzeichen der Stadt. Im Gegensatz zur schlichten Bemalung der Boote in schwarz, ist die Innenausstattung teilweise richtig pompös. Touristen aus der ganzen Welt lassen sich dieses Erlebnis nicht entgehen und fahren fleissig fotografierend durch die Kanäle. Deutlich günstiger, aber auch viel kürzer sind die «Traghetti». Einem Gondelfährdienst zwischen den Ufern des Canal Grande. Gondel-Feeling zum Spartarif.
Ein romantisches Labyrinth

Der Charme von Venedig zeigt sich in den verwinkelten Gassen.
Doch auch ein Spaziergang durch das Labyrinth an Gassen sorgt für romantische Stimmung. Wir bummeln von der Uferpromenade Riva degli Schiavoni zum Canal Grande. Mitten durch die Gassen des historischen Markusviertel mit seinen zahlreichen Restaurants und Geschäften. Dabei muss man immer ganz rechts gehen, damit die Lieferanten und Einheimischen leichter überholen können.
Ein einzigartiger Boulevard

Bootsanleger am Canal Grande mit der Rialtobrücke im Hintergrund.
Die Lagunenstadt wird vom Canal Grande in zwei Hälften geteilt. Beide Ufer säumen prachtvolle Paläste. Die Rialtobrücke aus istrischem Marmor ist an der schmalsten Stelle erbaut und verbindet die Uferseiten. Sie ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten Venedigs und beliebter Aussichtspunkt.
Ganz schön was los

Aussicht von der Rialtobrücke auf den Canal Grande.
So von oben herab wird einem das Gewusel auf dem Wasser erst richtig bewusst. Schnellboote, Wasserbusse und Gondeln sind auf der turbulenten Hauptverkehrsader unterwegs. Letztere schaukeln ganz schön auf dem Wasser.
Inselhüpfen in der Laguna

Die Insel Burano ist bekannt für die farbig bemalten Häuser.
Für die Fahrt zur Insel Burano nutzen wir lieber ein grosses Schiff. Schon von weitem ist der schief stehende Glockenturm der Chiesa San Martina zu sehen. Die Hauptattraktion sind die bunt bemalten Häuser der Insel. Es heisst, dass die Häuser dieselbe Farbe wie die Fischerboote hätten. Viele Fischer gibt es nicht mehr, aber dafür zahlreiche Besucher. Sie schätzen die entspannte Atmosphäre.
Farbenfroh und viel entspannter

Einkaufsbummel durch die Gassen des malerischen Burano.
Am Vormittag ist auf der Piazza und an den Kanälen noch wenig los. Perfekt um Bilder von den sich im Wasser spiegelnden Fassaden zu machen. Wir gönnen uns nach dem Einkaufsbummel einen Aperitif in der Osteria ai Pescatori und beobachteten, wie sich die Gassen mit jedem ankommenden Vaporetto füllen.
Am Sandstrand statt mittendrin

Promenade und breiter Sandstrand in Lido di Jesolo.
Während wir bei letzten Reisen jeweils in Venedig wohnten, übernachten wir dieses Mal in Lido di Jesolo. Im Mai ist der Badeort noch sehr verschlafen. Viele Hotels und Restaurants noch geschlossen. Doch der breite Sandstrand wurde bereits für die Gäste vorbereitet. Sonnenschirme und Liegestühle in Reih und Glied aufgebaut. Entsprechend ruhig empfanden wir den beliebten Ferienort. Wäre spannend ihn während der Saison zu erleben, denn Venedig ist immer eine Reise wert.
Barbara Blunschi’s Reisetipps
