Ein kilometerlanger Sandstrand, ein Schlaraffenland für Gourmets und ein internationaler Flughafen für Vögel gehören zu den erstaunlichsten Entdeckungen während meiner Belgien-Reise. Der schicke Badeort Knokke-Heist präsentiert sich als attraktives, abwechslungs- und genussreiches Reiseziel auch im Winter.
Von den Gezeiten geprägt

Winterliche Landschaft im Naturpark Zwin.
Es wimmelt von Fussabdrücken verschiedener Vogelarten im Wattboden. Die haben sie auf der Suche nach Essbarem im nährstoffreichen Schlick hinterlassen. An der Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien gelegen, ist das Naturschutzgebiet eines der bedeutendsten Europas. Das Zwin war im Mittelalter eine wichtige Schifffahrtsroute zwischen der Nordsee und der Handelsstadt Brügge. Durch die Versandung im Laufe der Jahrhunderte strömt heute das Salzwasser der Flut nur noch zweimal am Tag durch eine schmale Öffnung hinein.
Hier trifft sich die Vogelwelt

Vor der grossen Tafel erklärt Mieke van den Sande den Naturpark Zwin.
Vor dem Besucherzentrum verschafft uns unsere Naturführerin Mieke einen ersten Eindruck über die verschiedenen Gezeitenlandschaften des Naturparks. Den Salz- und Süsswiesen und den Inseln, die während der Mirgrations- und Brutzeit von Tausenden von Vögeln genutzt werden.
Der Flughafen der Vögel

Der Naturpark Zwin ist wie ein Flughafen für Vögel aus der ganzen Welt.
Welche Vögel sich das ganze Jahr über das Zwin als Reiseziel aussuchen, zeigt der grosse Bildschirm im Besucherzentrum auf ungewöhnliche Weise. Auf den Abflug- und Ankunftsanzeigen ist jeweils die Vogelart angegeben und auf der Weltkarte die Strecke des Vogelzugs markiert. Ein Extrembeispiel dafür ist der Flussuferläufer, der von Grönland bis nach Neuseeland fliegt.
Das Zwin als Winterquartier

Viele Vogelarten überwintern im Nationalpark Zwin.
Ihn treffen wir während unserer Wanderung durch den Park logischerweise nicht. Aber es überwintern verschiedene Vogelarten im Zwin, wie auf dem Schild zu lesen ist. Mit blossem Auge und Fernrohr können wir einen Seidenreiher und den Austernfischer sehen, dessen Schnabel nachwächst, wenn er beschädigt wird.
Prähistorisches Doggerland

Ein Nashorn aus der Eiszeit in der Doggerland-Ausstellung
Ist das markante Horn eines Nashorns einmal ab, wächst es leider nicht nach. Ein ganz haariges Exemplar begrüsst die Gäste am Eingang der Doggerland-Ausstellung, die sich ebenfalls im Besucherzentrum befindet. Hier widmet man sich der prähistorischen Geschichte der Region und zeigt Funde wie beispielsweise Feuerstein oder einen Mammutzahn, den ein Fischer zufälligerweise im Netz gefunden hatte.
Muscheln am Sandstrand

Muscheln in allen Variationen am Strand von Knokke-Heist
So einen Fund aus der Eiszeit machte ich beim späteren Spaziergang am breiten Strand von Knokke-Heist nicht. Aber dafür sah ich eine grosse Vielzahl an verschiedenen Muscheln im feinkörnigen Sand. Dort sollen sie auch bleiben.
Muscheln im Topf

Typisch belgisch: Moules et Frites in der Brasserie Rubens in Knokke-Heist.
Viel lieber mag ich Muscheln an einer sämigen Weisswein-Rahmsauce mit Knoblauch. Nur wenige Schritte vom Strand und mit Blick auf die Nordsee, werden köstliche Moules et Frites in der ältesten Brasserie von Knokke serviert. Der Klassiker der belgischen Küche ist im Rubens besonders beliebt, wie ein Blick auf die umliegenden Tische verrät. Die Gästeschar im Restaurant ist sehr gemischt. Vom Touristen über Geschäftsleute bis hin zur älteren Dame im Pelzmantel, die sich mit ihrer Freundin zum Lunch trifft.
Kunst im öffentlichen Raum

Skulptur mit Kopf von Franz West auf dem Rubensplein.
In Knokke-Heist zeigt man gerne was man hat. Die vielen Luxusautos und die grosse Anzahl an Kunstgallerien fällt auf. Der Spaziergänger begegnet beim Bummel durch den Ort immer wieder auch Kunstwerken im öffentlichen Raum. Mal sind es Skulpturen, die nur bei Ebbe zu sehen sind, aber auch aussergewöhnliche Architektur ist zu entdecken.
Das Restaurant mit Durchblick

The Sphere liegt im Herzen von Knokke-Heist und beherbergt ein Restaurant.
Auf einem schachbrettartig gepflasterten Platz sticht The Sphere unweigerlich ins Auge. Das halbrunde, durchsichtige Gebäude ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein beliebtes Restaurant.
Gelbe Rettungsinsel

Der Erste-Hilfe-Posten am Strand von Knokke-Heist fällt auf.
Wer Erste-Hilfe benötigt, wird am Strand ganz schnell fündig. Das runde Gebäude ist dank der gelben Bemalung schon von weitem sichtbar.
Skandinavische Kunst

Winterlich dekorierte Strandpromenade in Knokke-Heist.
Nur temporär ist hingegen die winterliche Dekoration in der Stadt. Wie beispielsweise die Herde von Elchen an der Strandpromenade in Knokke. Die mit Tausenden von Lichtern geschmückten Tiere sind schon tagsüber eindrücklich.
Magische Winterzeit

Zauberhaft beleuchtete Winterdekoration in Knokke-Heist.
So richtig zur Geltung kommen sie aber erst in der Nacht. Dann sorgen die unterschiedlich grossen Rentiere und Elche für eine märchenhafte Stimmung und lassen nicht nur Kinderaugen strahlen.
Eislaufen mit Stil

Winterstimmung auf der Eislaufbahn in Knokke-Heist.
In der festlich dekorierten Eislaufhalle amüsieren sich alle. Die einen sind noch etwas wackelig auf den Kufen, während Könner blitzschnell über die Eisfläche schiessen und andere bereits Pirouetten drehen. Die Stimmung ist locker und wir gönnen uns einen Aperitif in der beheizten Bar mit Blick in die Halle.
Verführerische Schaufensterdekoration

Blick ins Schaufenster von Moeder Babelutte in Knokke-Heist.
Auf dem Weg zum Restaurant fallen die festlich dekorierten Schaufenster auf. Eines präsentiert sich schöner als das andere. Schon beim Blick in die Auslage läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
Monsieur Chocolat M

Der renommierte Trendsetter Chocolatier David Maenhout.
Wenn es um Schokolade und Pralinen geht, ist er ein Meister seines Fachs: David Maenhout. Den sympathischen Chocolatier habe ich vor seinem Geschäft getroffen. Obwohl er und seine Mitarbeiter mit der Produktion handegefertigter Pralinen beschäftigt waren, hat sich David die Zeit genommen und uns ein paar seiner innovativen Kreationen probieren lassen. Spitzenklasse!
The Lady Chef

Küchenchefin und Lady Chef of the Year Fran Mertens im Dunas Dine.
Wer gerne schlemmt, wähnt sich in Knokke-Heist im Schlaraffenland. Die Auswahl an grossartigen Restaurants ist gross. Ambitionierte und talentierte Chefs überzeugen mit ihrem Können. Wie beispielsweise die zur Lady Chef of the Year nominierte Fran Mertens. Die 26-jährige Küchenchefin des Dunas Dine weiss, wie man verwöhnte Gaumen begeistert.
Dunas Menu

Vorspeise des Gourmet-Menüs im Restaurant Dunas Dine.
Das viergängige Dunas-Menü ist absolut empfehlenswert. Die Scallops «Dieppe» mit Jerusalem Artischocke und Pilzen zur Vorspeise sind nicht nur optisch ein Gedicht.
Geschmackvoll Übernachten

Modernes Design prägt das Enso District Hotel in Knokke-Heist.
Unübersehbar ist das für meinen Aufenthalt gewählte Boutique Hotel. Das beeindruckende Gebäude befindet sich gleich neben dem Bahnhof von Knokke.
Moderne Eleganz

Doppelzimmer im trendigen Enso District Hotel in Knokke.
Die Zimmer des Enso District Hotels sind in den unteren Etagen des auffälligen Turms untergebracht. Das Design der 34 individuell gestalteten Zimmer verströmt mit den hellen Farben eine moderne Eleganz.
Stylish Frühstücken

Woyo Burrito im Restaurant Woyo Eatery.
Im selben Stil ist das zum Hotel gehörende Restaurant Woyo Eatery eingerichtet. Serviert wird das klassische Frühstück, trendige Bowls oder exotische Pancake-Variationen. Das spricht nicht nur Hotelgäste an.
Frühstück mit Eierlikör

Frühstücksbeispiel im Grand Café des VO2 Max Ateliers.
Hauptsächlich Einheimische geniessen das stilvolle Frühstück im Grand Café des VO2 Max Ateliers. Aussergewöhnlich ist nicht nur das Konzept der Lokalität, wo auch Designlampen und -möbel verkauft werden. Zum Getränk wird nämlich auch noch ein Gläschen Eierlikör serviert.
Spanien an der Nordsee

Roka Traiteur hat sich auf mediterrane Küche spezialisiert.
Ein anderes Konzept begeistert bei Roka Traiteur in der Nähe der Altstadt Het Zoute. Im eher kleinen Lokal sind die Gerichte einfach grossartig. Wer keinen Tisch ergattert, kann sich die mediterranen Köstlichkeiten auch an der Theke kaufen und mit nach Hause nehmen.
Die Entwicklung von Knokke-Heist

Zeitzeugen im Villen-Viertel Het Zoute.
Zum Beispiel in eine der schicken Villen im Stadtteil Het Zoute. Dort zeigt uns Reiseführerin Sabine Dhoore die Anfänge des Küstenortes. Rund um die 1909 erbaute Villa «Mon Nid» hat sich das heutige Monaco von Belgien entwickelt.
Kunst und Spiele

Kunstwerk von René Magritte im Grand Casino Knokke-Heist.
Und wie es sich für einen mondänen Badeort gehört, verfügt auch Knokke-Heist über ein Grand Casino. Es beherbergt nicht nur Spieltische, sondern auch einen prächtigen Saal. Seine Wände ziert eine beeindruckende Gemäldeserie des Malers René Magritte. Früher wurde der Raum vom zweitgrössten Kronleuchter der Welt beleuchtet.
It’s Show Time

Aktuelle Aurora-Grand-Show im Grand Casino Knokke-Heist.
Heute hängt dieser in der Eingangshalle, wo sich die Premierengäste der Aurora-Grand-Show fotografieren liessen. Die festliche Show mit Zirkusnummern, Tanzeinlagen, Comedy und Musik sorgte bei den Gästen für begeisterten Applaus. Bei einigen Liedern wurde sogar lautstark mitgesungen. Das Publikum hat sich prächtig amüsiert.
Heist im Wandel der Zeit

Altes Klassenzimmer im HEY-Museum in Heist.
Wie sich Knokke-Heist geschichtlich und touristisch entwickelt hat, zeigt auf anschauliche Weise das HEY-Museum in Heist. In einem ehemaligen Schulgebäude wird auf im originalen Klassenzimmer der historischen Alltag erklärt. Hier lernten Jungs das Handwerk des Fischers. Die Deutung der verschiedenen Signale und wo sich welche Fische fangen liessen.
Der Strand und das Meer

Am kilometerlangen Sandstrand von Knokke-Heist.
Wo die Menschen heute frische Nordseeluft tanken und sich entspannen, lagen früher bei Ebbe die grossen Fischerboote im Sand. Dann kam der Tourismus und Knokke-Heist wurde ein beliebtes Ferienziel von Engländern und Franzosen.
Kunst und Kultur

Im Atelier des belgischen Malers Luc Peire.
Die Meereslandschaften inspirierten Künstler wie Luc Peire. Berühmt wurde der belgische Maler für seine geometrisch-abstrakten Kunstwerke. Sein Atelier und eine Grosszahl seiner Werke können im Peiremuzee in Knokke besichtigt werden. Mein Favorit ist der verspiegelte Raum «Environment», den ich für mein Selfie genutzt habe!
Wochenmarkt in Knokke-Heist

Am Samstag findet der Wochenmarkt am Gemeenteplein statt.
Nur ein paar Schritte vom Museum entfernt, findet samstags der Wochenmarkt von Knokke-Heist statt. Die Auswahl der attraktiv präsentierten Produkte ist riesig. Gemüse, Backwaren, Käse sowie Fisch und Meerestiere aus der Nordsee werden angeboten.
Frische Austern

Austern zur Vorspeise im Café de Paris in Knokke-Heist.
Die Austern sind mir besonders ins Auge gestochen. Im Restaurant Café de Paris bestelle ich mir welche zur Vorspeise. Die Kombination aus dem Geschmack von Meerwasser und der leichten Vinaigrette ist einfach köstlich.
Garnelen zum Schluss

Die Spezialität des Chefs in der Brasserie Point de Vue.
Bevor ich mich wieder auf den Heimweg machte, musste noch ein letzter kulinarischer Halt sein. Die Brasserie Point de Vue liegt direkt am Meer. So wie die Spezialität des Chefs. Die Scampi mit einer sämigen Pastis-Sauce würde ich wieder bestellen. Die Gastronomie in Knokke-Heist ist wirklich bemerkenswert und hat sich den Ruf als Schlemmer-Paradies verdient. Ein grossartiger Tipp für eine stil- und genussreiche Winterreise an die belgische Nordsee!
Barbara Blunschi’s Reisetipps
