Am 1. Mai 2026 ging es in Bernau am Chiemsee besonders zünftig zu und her. Dann wurde mitten im Dorf der neue Maibaum aufgestellt. Wir waren bei dieser urig bayerischen Tradition mit dabei, um mehr über dieses Brauchtum zu erfahren. Getroffen haben wir die Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber kurz nach den Verhandlungen zum Auslösen des Maibaums. Der wurde nämlich zuvor zweimal geklaut und die Diebe verlangten nach einem «Lösegeld». Da die Gemeinde heuer ihr 1100-jähriges Bestehen feiert, war die Summe von 1100 Euro schnell ausgehandelt und die Männer machten sich ans Werk. So ein Maibaum wird nämlich von Hand aufgestellt und das dauert entsprechend lang. Der Kran war nur als Absicherung vor Ort.

Während die Männer mit dem Aufstellen beschäftigt waren, feierten die Einheimischen und Besucher den Anlass. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Bernauer Musikkapelle und die Bernauer Trachtenvereine tanzten. Auch der Nachwuchs hat sich ins Zeug gelegt. So einen typisch bayerischen Festtag sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Wir haben uns jedenfalls bestens amüsiert und wissen jetzt, dass hinter so einem Maibaum ganz viele Geschichten und Rituale stecken. Vom Schlagen des Nadelbaums in einer der Raunächte, über die Bedeutung der Verzierungen bis hin zur Dauer, bis das Prachtstück steht. Wer in den nächsten vier Jahren nach Bernau im Chiemgau reist, kann den imposanten Maibaum selbst bewundern.

  • Anreise: Mit der Bahn sind Prien und Bernau am Chiemsee von München aus direkt erreichbar. Der Zug Richtung Salzburg hält auch in Rosenheim. Um vor Ort flexibler unterwegs zu sein, sind wir mit dem Auto angereist.
  • Übernachten: Das traditionsreiche Hotel Bayerischer Hof liegt im Herzen von Prien am Chiemsee. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in der Region. Die modernen Zimmer sind im Landhausstil eingerichtet. Wir können das Haus sehr empfehlen.
  • Schloss Herrenchiemsee: Prien am Chiemsee ist der Hafen für die Chiemsee-Schifffahrt. Von hier aus starten die Ausflüge auf die Fraueninsel und die Herreninsel. Auf der Herreninsel befindet sich das Schloss Herrenchiemsee von König Ludwig II. Der sagenumwobene Monarch wurde auch Mond-König genannt, weil er am liebsten nachts unterwegs war. Wir haben es ihm gleichgetan und an einer geführten Wanderung bei Vollmond teilgenommen. Ein aussergewöhnliches Erlebnis, abseits der Touristenströme.
  • Rosenheim: Am Vorabend der 1. Mai-Feierlichkeiten haben wir uns in Rosenheim auf eine „Wirtshaus Roas“ gemacht. In den Lokalen erlebten wir die typisch bayerische Lebensart mit Musik und kulinarischen Spezialitäten. Ein Fest auch für die Augen, denn an diesem Abend sind Dirndl und Lederhose angesagt. In Rosenheim befindet sich die Brauerei Flötzinger, die wir während einer witzigen Führung besuchen konnten. Ein gelungener Ausflug in die Welt des Biers.
  • Wasserburg am Inn: Die alte Handelsstadt war einst der Hafen Münchens, denn nur der Inn war schiffbar. Das machte Wasserburg reich und das sieht man auch den stattlichen Häusern an. Während einer Führung im Rathaus wird uns viel Wissen um die spannende Geschichte vermittelt. Auch lohnt sich ein Besuch im städtischen Museum.
  • Informationen: Sehr praktisch und ausführlich informiert die Website von Chiemsee-Alpenland Tourismus über Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in der Region. Wer noch mehr wissen will, kann sich auch auf den Seiten von Prien am Chiemsee und Bernau am Chiemsee umschauen.
  • Offenlegung: Ein herzliches Dankeschön an Chiemsee-Alpenland Tourismus, die uns für diese Recherche grosszügig unterstützt haben.
  • Wir lieben Brauchtum und sind darum auch sehr gerne in Deutschland unterwegs. Den traditionellen Schäferlauf haben wir zuerst in Wildberg und später in Bad Urach besucht. Am Chiemsee waren wir vor Jahren mal unterwegs und haben uns dabei das Schloss Herrenchiemsee genauer angeschaut.