Am 1. Mai 2026 ging es in Bernau am Chiemsee besonders zünftig zu und her. Dann wurde mitten im Dorf der neue Maibaum aufgestellt. Wir waren bei dieser urig bayerischen Tradition mit dabei, um mehr über dieses Brauchtum zu erfahren. Getroffen haben wir die Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber kurz nach den Verhandlungen zum Auslösen des Maibaums. Der wurde nämlich zuvor zweimal geklaut und die Diebe verlangten nach einem «Lösegeld». Da die Gemeinde heuer ihr 1100-jähriges Bestehen feiert, war die Summe von 1100 Euro schnell ausgehandelt und die Männer machten sich ans Werk. So ein Maibaum wird nämlich von Hand aufgestellt und das dauert entsprechend lang. Der Kran war nur als Absicherung vor Ort.
Während die Männer mit dem Aufstellen beschäftigt waren, feierten die Einheimischen und Besucher den Anlass. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Bernauer Musikkapelle und die Bernauer Trachtenvereine tanzten. Auch der Nachwuchs hat sich ins Zeug gelegt. So einen typisch bayerischen Festtag sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Wir haben uns jedenfalls bestens amüsiert und wissen jetzt, dass hinter so einem Maibaum ganz viele Geschichten und Rituale stecken. Vom Schlagen des Nadelbaums in einer der Raunächte, über die Bedeutung der Verzierungen bis hin zur Dauer, bis das Prachtstück steht. Wer in den nächsten vier Jahren nach Bernau im Chiemgau reist, kann den imposanten Maibaum selbst bewundern.